Unsere Geschichte

Die Chronik unserer Bäckerei beginnt mit meinem Urgroßvater Josef Daschner, der als 25-jähriger Bauernsohn und gelernter Bäcker aus Katzbach in der Oberpfalz nach Berg-am-Laim kam. Berg-am-Laim war damals noch ein Dorf und keiner dachte, dass es einmal ein Teil Münchens werden würde.

Als bei der Bäckerei Kern in der Josephsburgstraße in München ein Bäcker gesucht wurde, trat mein Urgroßvater in deren Dienst.

                                                                     daschner2.jpg

 

Nach ein paar Monaten lernte er ein liebenswertes Mädchen kennen, seine spätere Frau Antonie Berlinger. Praktischerweise war sein zukünftiger Schwiegervater Maurermeister und konnte somit nach der Hochzeit 1896 zur Existenzgründung des jungen Paares, der “Bäckerei Daschner”, sicherlich sehr viel beitragen. Die erste Bäckerei befand sich ca. 100 m stadteinwärts von unserem heutigen Stammhaus und hatte außer einem von Hand mit Holz und Kohlen befeuerten Backofen, ein paar verzinnten Eisenschüsseln und diversen Holztrögen nicht viel zu bieten - aber damals brauchte man auch nicht mehr!

So glücklich der berufliche Start der jungen Eheleute war, so unglücklich waren sie, als ihre ersten drei Kinder jeweils nach der Geburt wieder starben. Als viertes Kind kam meine Großmutter Antonie zur Welt. Sie war bei der Geburt so schwächlich, dass Vater Daschner sie beim Standesamt erst gar nicht anmeldete, weil er glaubte, sie würde die ersten Tage nicht überstehen. Meine Großmutter aber war ganz anderer Meinung und wuchs und gedieh prächtig.

 

Max Aumüller

Meine Großmutter wurde ein fesches Mädchen und bald stellte sich als Verehrer ein Bäckermeisterssohn aus dem Münchner Westen ein. Wie könnte es anders sein, das war Max Aumüller und 1923 wurde die Hochzeit gefeiert! 1927 konnte das junge Paar nach dem Tode Josef Daschners die Bäckerei übernehmen und wie das so ist in jungen Jahren, es wurde gleich kräftig investiert und mit großem Tatendrang ans Werk gegangen. Mit der Verlegung der Bäckerei und des Ladens in das Anwesen Berg-am-Laim-Str. 151 und der Errichtung eines eigenen Backhauses wurde der Betrieb meiner Großeltern zu einer der schönsten und leistungsfähigsten Bäckereien in München.

KHistory.jpg

Mein Großvater Max Aumüller war ein weit blickender Mann, denn in der von ihm  konzipierten Backstube konnten wir bis zum Neubau 1974 - also 44 Jahre - arbeiten und “unsere Brötchen”  verdienen. Aber auch sein Berufsstand lag Meister Aumüller am Herzen. Als Vorsitzender der Meisterprüfungskommision und als Vorstandsmitglied der Bäckerinnung konnte er unter seinen Kollegen viele Freunde finden. dass er in Berg am Laim Mitglied der freiwilligen Feuerwehr und Schützenkönig der Sportschützen war, verstand sich von selbst.

 

Nach dem Krieg

Meine Großeltern hatten zwei Töchter. Antonie, die ältere, nach Familientradition ebenfalls ein “Tonerl”, fiel durch ihr Gesangstalent auf. So durfte sie neben ihrer Arbeit als Verkäuferin im elterlichen Geschäft ein Gesangsstudium absolvieren. Doch bevor sie bei einer Opernbühne ihr erstes Engagement antreten konnte, kam mein Vater Karl Ehrnthaller als Fronturlauber im II. Weltkrieg nach Berg am Laim. Er eroberte ihr Herz, so wurde die Berufung meiner Mutter zum Hobby und sie becircte meinen Vater, einen gelernten Bankkaufmann so lange, bis er zum Bäckermeister umschulte und in die Firma seines Schwiegervaters eintrat. Das war für unsere Bäckerei ein riesiger Vorteil: Nicht nur, dass mein Vater in den nächsten Jahren ein hervorragender Bäckermeister wurde, er war es auch, der unseren Betrieb durch seine Vorbildung als Bankkaufmann in den folgenden Jahren und Jahrzehnten erfolgreich nach den Grundsätzen des modernen Managements führte.

 

Nun aber, 1949, war ich an der Reihe und erstmals in der Familienchronik war die männliche Erbfolge gesichert. Meine Schwester, wiederum eine Antonie, wurde 1953 geboren und so war das private Glück der Aumüller-Ehrnthaller Familie perfekt. In diesen Jahren wurde jedoch auch sehr viel gearbeitet, denn die Folgen des Krieges waren noch nicht überwunden. Wie fast alle Häuser in Berg am Laim wurde auch unser Haus erheblich beschädigt. Unser Glück war nur, dass die Bäckerei stets voll funktionsfähig war. Schnell vergingen die Jahre, Berg am Laim wuchs und damit auch unser Absatzgebiet. So war es nicht verwunderlich, dass in den 60er Jahren der Wunsch nach einem größeren Backhaus immer stärker wurde. Doch es sollte noch bis 1974 dauern, bis unsere jetzigen Betriebsräume bezugsfertig waren und noch einmal 10 Jahre, bis das Ladengeschäft wieder am alten “Aumüller-Eck” gebaut werden konnte. Diese Investitionen sind das Lebenswerk zweier Generationen, nur durch kluge Geschäftsleitung und ernormen Fleiß konnten wir diese größte Umstrukturierung in unserer Firmengeschichte meistern.

ahaus.jpg

 

Die nächste Generation

Meine Frau Evi lernte ich 1971 im Tanzkurs kennen und lieben. Unsere Hochzeit fand im September 1974 statt. Am 7.7.1977 stellte sich unser Sohn Franz ein, 1980 kam Christian zur Welt und 1985 folgte unser Jüngster, Andi. Zum Jahreswechsel 1988/89 übergaben meine Eltern meiner Frau und mir die Geschäftsführung. In diesen Jahren erkannten wir die Notwendigkeit; Filialen zu errichten, um uns neben der Belieferung von Großkunden ein zweites Standbein zu schaffen. Zur Zeit betreiben wir neben unserem Hauptgeschäft 19 Filialen im Münchner Osten. Meine Frau und ich sind nun die vierte Generation der Bäckerei Aumüller und unser ältester Sohn Franz ist als Bäcker und Konditormeister bereits in unserem Unternehmen tätig. Er leitet in den nächsten Jahren mit uns zusammen unsere Bäckerei und gibt uns die Gewißheit, daß auf uns noch weitere Generationen von Aumüller – Bäckern folgen werden.

 Franz Ehrnthaller